Öko-Tipps

6 Nachhaltige Geschenketipps – machen kleine Geschenke weniger Müll?

Wie viele Geschenke können wir uns in der Klimakrise noch leisten? Manche sagen: Wir verzichten ganz und gar auf Geschenke und spenden stattdessen das Geld an ein Umweltprojekt. Aber irgendwie möchte man auch nicht ganz auf den Geschenkezauber verzichten, vor allem wenn Kinder beteiligt sind. Was ist also das richtige Maß? Wie können wir die Weihnachtszeit nachhaltiger gestalten?

Sind kleine Geschenke nachhaltiger als große Geschenke?

In den Niederlanden wird das Nikolausfest ganz groß gefeiert. In der Adventszeit läuft dort sogar eine tägliche Fernsehsendung über die Abenteuer von „Sinterklaas“ und seine Helfer. In manchen Familien wird nicht einmal, sondern zwei Wochen lang täglich ein Schuh mit Geschenkchen gefüllt, bis zum großen Geschenke-Klimax am 5. Dezember (ein Tag vor dem deutschen Nikolaus-Tag).

Viele kleine Geschenke werden somit produziert, aber hier kommt es dann oft nicht auf die Qualität an. Es geht eher darum, dass es viele kleine Geschenke gibt, die kurz bezaubern, aber oft nur für kurze Zeit Freude bereiten. Wenn Geschenke nur darauf ausgelegt sind, einen kurzen Spaß-Effekt zu erzeugen, stellt sich schon die Frage, ob der ganze Aufwand und Materialverbrauch dafür gerechtfertigt sind.

1. Nachhaltiges Schenken: Weniger ist mehr

Es kommt also weniger auf die Größe an als auf das richtige Maß, die Qualität und die Herstellung. Ein richtig gutes Geschenk, das lange benutzt werden kann, bringt oft mehr als viele Kleinigkeiten, die am Ende alle wieder im Müll landen. Wer noch ein paar kleine Zusatzgeschenke wählen möchte, sollte sich auch hier fragen, ob diese tatsächlich gebraucht werden oder Freude bereiten. Und manchmal reicht eben ein einziges Geschenk.

Dabei gibt es bestimmte Geschenke, die bei vielen gut ankommen. Zum Beispiel können Kerzen eine schöne kleine Aufmerksamkeit sein. Wer Nachhaltigkeit bei der Auswahl berücksichtigen möchte, sollte allerdings genauer auf die verwendeten Wachse, deren Herkunft und die Herstellung achten. Sojawachs ist pflanzlich, aber nicht automatisch nachhaltig. Auch ein paar besondere Leckereien aus dem Bioladen oder etwas Selbstgemachtes können schöne kleine Geschenke sein.

Und es muss nicht immer etwas Neues sein. Ein schönes gebrauchtes Buch, ein repariertes Lieblingsstück oder ein gemeinsamer Ausflug können mindestens genauso viel bedeuten.

Nikolaus-Weisheit: All we need is Less!

Duftkerzen von The Munio

2. Zero-Waste-Geschenke

Apropos Müll, immer beliebter sind sogenannte Zero-Waste-Geschenke: Produkte, die helfen können, Abfall zu vermeiden und Einwegverpackungen im Alltag zu ersetzen. Dazu gehören zum Beispiel Brotboxen, Trinkflaschen, Geschirr oder Strohhalme. Solche Gegenstände können aus Materialien wie Edelstahl, Glas, Bambus oder Holz gefertigt sein.

Allerdings macht das Material allein noch kein nachhaltiges Geschenk aus. Entscheidend ist auch, ob das Produkt tatsächlich verwendet wird. Eine wiederverwendbare Trinkflasche kann Einwegflaschen ersetzen. Wer aber bereits drei gut funktionierende Trinkflaschen besitzt, braucht wahrscheinlich keine vierte.

Ausgefallen, aber schön: Upcycling-Geschenke werten alte Materialien neu auf und geben ihnen eine neue Verwendung. Auch hier lohnt sich der Blick auf die Verarbeitung und darauf, ob das fertige Produkt wirklich gebraucht oder geschätzt wird. Noch weniger Müll entsteht natürlich, wenn wir Überflüssiges gar nicht erst verschenken.

Werbung in eigener Sache: Eine Auswahl an besonderen Geschenkideen im Lilli Green Shop umfasst unter anderem wiederverwendbare Alltagshelfer und originelle Designobjekte.

Kleine Zero Waste Geschenke

3. Nachhaltige Produktion – auch bei kleinen Geschenken!

Achten Sie bei der Geschenke-Auswahl auf die Herstellung, vertrauenswürdige Siegel und möglichst nachvollziehbare Informationen über die Unternehmen. Woher stammen die Materialien? Wo und unter welchen Arbeitsbedingungen wird produziert? Und was genau bescheinigt ein Siegel?

Statt Ihr Geld immer bei den großen Versandriesen auszugeben, können Sie auch kleinere, inhabergeführte Unternehmen und Manufakturen unterstützen. Hier entdeckt man oft besondere Produkte und ungewöhnliche Designideen. Allerdings ist klein nicht automatisch nachhaltig und handgemacht nicht automatisch fair. Auch bei kleinen Unternehmen lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Bei großen Online-Marktplätzen ist mitunter nicht einmal klar, wer eigentlich hinter einem Produkt steckt. Transparenz über Herkunft, Materialien und Produktion ist deshalb ein wichtiger Anhaltspunkt. Nachhaltig einkaufen heißt nicht einfach, mehr Geld auszugeben. Ein höherer Preis allein garantiert schließlich weder eine ökologische Herstellung noch faire Löhne.

4. Auf die Verpackung kommt es auch an

Nach einer Weihnachtsfeier fällt oft auf, wie viel Geschenkpapier und Verpackungsmüll übrig bleibt. Alles für die Tonne! Dabei gibt es viele schöne Möglichkeiten, Geschenke zu verpacken, ohne jedes Mal neues Material zu verwenden.

Wer gerne selber kreativ wird, kann zum Beispiel aus alten Tüchern eine Geschenkverpackung gestalten oder aus alten Zeitungen mit weihnachtlichen Motiven ein ganz persönliches Geschenkpapier machen. Auch bereits vorhandene Geschenktüten lassen sich mehrfach verwenden. Und wer neues Geschenkpapier kaufen möchte, kann auf die Materialzusammensetzung und beispielsweise auf Papier aus Recyclingfasern achten.

Ein Zweig, eine handgeschriebene Karte oder eine Schleife aus Stoffresten können schon ausreichen. Man muss nicht erst neue Bastelmaterialien kaufen, um kreativ zu werden.

Nachhaltiges Weihnachts Geschenkpapier

5. Geschenke zurückgeben ohne Scham

Sagen Sie ruhig, dass es für Sie auch eine Freude ist, wenn ein Geschenk wieder mitgenommen oder umgetauscht wird, falls es nicht passt. So schaffen Sie Klarheit und vermeiden unnötige „Schrank-Hüter“ beim Beschenkten.

Viele trauen sich nicht, ein Geschenk zurückzugeben, wenn es nicht gefällt. Wenn das Geschenk aber keinerlei Verwendung findet, ist dies pure Verschwendung! Seien Sie ganz ehrlich mit sich selbst: Ist dieses Geschenk wirklich das Passende? Wenn nicht, kommunizieren Sie es offen.

Dafür brauchen Sie sich nicht zu schämen, im Gegenteil! Manchmal lässt sich das Geschenk umtauschen, weitergeben oder jemand anderem schenken, der es wirklich gebrauchen kann. So haben Sie die Sache geklärt, statt das Geschenk über Jahre unbenutzt im Schrank zu verstauen und sich dann auch noch dauernd schlecht dafür zu fühlen!

6. Achtsamkeit für Geschenkegeber

Seien Sie achtsam bei Ihrer Motivation für ein bestimmtes Geschenk. Warum wählen Sie gerade das aus? Haben Sie überprüft, ob das Geschenk für diese Person das Richtige ist? Auch hier kann eine offene Kommunikation helfen. Bitten Sie um eine Wunschliste oder versuchen Sie dezent, herauszufinden, ob das anvisierte Geschenk das Richtige ist.

Ein Wunschzettel ist schließlich kein Stimmungskiller. Lieber einmal nachfragen, als aus schlechtem Gewissen noch irgendeine Kleinigkeit dazuzulegen. Und wenn sich jemand wirklich nichts wünscht, darf das auch so bleiben. Gemeinsame Zeit, eine Einladung zum Essen oder einfach ein schöner Abend zusammen brauchen keinen Geschenkekarton.

Nikolaus-Weisheit: Das wahre Geschenk trägt jeder bereits in seinem Herzen. Schenken Sie also mit Ihrem Herzen!

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